Elektroautos machen bereits 20 % der Neuzulassungen in Italien aus. Für einen Campingplatz, der Gäste aus dem mittleren und gehobenen Segment ansprechen möchte, sind Ladestationen immer häufiger der entscheidende Faktor bei der Wahl des Campingplatzes. Das Problem besteht jedoch nicht darin, die Ladestationen zu installieren, sondern sie so zu verwalten, dass sie nicht zu einem betrieblichen Problem werden.
Das Problem des ungesteuerten Ladens
Ohne ein Verwaltungssystem werden Ladestationen zu Quellen von Streitigkeiten und nicht gedeckten Kosten: Wer hat letzte Nacht geladen? Wie viele Stunden lang? Wie verrechne ich die kWh dem richtigen Gast? Ohne OCPP gibt es auf diese Fragen keine Antwort.
OCPP: Das Protokoll, das alles löst
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist der internationale Standard für die Kommunikation zwischen Ladestationen und Verwaltungssystemen. Mit OCPP können Sie:
- Das Laden aus der Ferne starten und stoppen (über die Verwaltungssoftware des Campingplatzes).
- Den kWh-Verbrauch für jede Sitzung in Echtzeit ablesen.
- Jede Ladesitzung einem bestimmten Gast zuordnen.
- Die kWh beim Check-out automatisch abrechnen.
- Leistungsgrenzen für Stellplätze festlegen (z. B. maximal 7 kW, um den POD nicht zu überlasten).
- Benachrichtigungen erhalten, wenn eine Ladestation einen Fehler meldet oder getrennt wird.
Alternative: ein IoT-Controller als OCPP-Gateway
OCPP-zertifizierte Ladestationen kosten zwischen €800 und €3.000 pro Ladepunkt. Für Anlagen mit vorhandenen CEE-Steckdosen (Standard-Campingplatz-Ladestationen) kann ein IoT-Controller als OCPP-Gateway dienen, verbunden mit einem Energiezähler über RS-485 und einem Leistungsschütz.
Die Kombination aus IoT-Controller und Relais ist nur für Standard-CEE-Steckdosen (Typ S, Typ 17 oder Typ T) bis 3,7 kW einphasig geeignet. Für schnelles AC-Laden mit 11/22 kW oder DC-Laden sind nach IEC 61851 zertifizierte Wallboxen erforderlich. Lassen Sie die Installation immer von einer befugten Elektrofachkraft prüfen.
So funktioniert die Integration mit Ovvo Camping
- 1Der Gast reserviert einen Stellplatz mit Stromanschluss und gibt den Fahrzeugtyp an (Plug-in-Hybrid oder BEV).
- 2Bei der Ankunft ordnet das System das Kennzeichen oder den RFID-Tag des Gastes der Ladestation seines Stellplatzes zu.
- 3Während des Aufenthalts überwacht Ovvo Camping die verbrauchten kWh in Echtzeit.
- 4Beim Check-out werden die kWh in einen Betrag umgerechnet (konfigurierbarer Preis in €/kWh) und der Endrechnung hinzugefügt.
- 5Wenn der Gast mit Karte bezahlt hat, erfolgt die zusätzliche Belastung automatisch.
Vorschriften: Was Sie wissen müssen
- Seit 2024 müssen neue gewerblich genutzte Gebäude (einschließlich Campingplätze) mit mehr als 5 Parkplätzen für das Laden von Elektrofahrzeugen vorbereitet sein (D.Lgs. 199/2021).
- Wenn Sie elektrische Energie an Gäste verkaufen (separate Rechnung für kWh), wäre technisch eine Lizenz als Energiehändler erforderlich. Die übliche Lösung besteht darin, das Laden in den Übernachtungspreis einzubeziehen oder als „Ladeservice“ (nicht als Verkauf von Energie) abzurechnen.
- Öffentlich zugängliche Ladestationen müssen der Verordnung EU 2023/1804 entsprechen (Interoperabilität, kontaktlose Zahlung).
